People of Basislager
By
Elisabeth Winkler
October 14, 2019

Anica Bergner: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Anica lebt seit vier Jahren in Leipzig, hat vorher Geografie, Regional-Management und Verkehrsingenieurwesen in Dresden studiert und arbeitet seit zwei Jahren für GIRO. Die Firma ist weltweit Marktführer in Sachen Verkehrsplanungssoftware mit Hauptsitz in Montrèal. Eher durch Zufall erfuhr Anica vom damaligen Marketingmanager, dass GIRO nach einer deutschen Auslandsvertretung sucht.

Ich habe keinen Programmier-Background und dacht mir einfach: Schauen wir mal.

Anfangs hat sie gar nicht damit gerechnet, dass aus der Bewerbung etwas wird, aber dann waren sich beide Seiten sympathisch und kurz darauf war Anica schon auf der ersten Dienstreise. Anfangs musste sie zur Einarbeitung für 4 Monate nach Kanada, anschließend alle drei Monate - damit war es schwierig für sie in Leipzig anzukommen.

Anica arbeitet im Projekt-Team Europa für GIRO und betreut da vor allem mittel- und nordeuropäische Länder. Sie ist die erste Anlaufstelle für die Kunden und kümmert sich darum, dass deren Problemen und Wünschen entsprochen wird. Dafür arbeitet sie an der kundenspezifischen Optimierung der Algorithmen mit. Sie kümmert sich aber auch um Upgrade-Projekte der Software und hält Schulungen für die Kunden.

Homeoffice Challenges

Anica hat die letzten zwei Jahre im Homeoffice gearbeitet. Das hatte zwar seine Vorteile aber auch einige Challenges: Nicht nur dass es schwierig ist Arbeits- und Freizeit von einander zu trennen, auch die Produktivität leidet, wenn Kollegen fehlen und man vielleicht doch erstmal die Wäsche macht oder schnell noch einkaufen geht. Deswegen hat sie sich entschieden zu uns ins Basislager zu kommen.

"Ich hab das gern, dass um mich herum was los ist, dass ich Leute zum austauschen habe"

Eine Frage des Timings

Um Projekte über Kontinentalgrenzen hinweg erfolgreich zu managen, verwendet GIRO eine stark editierte Version des Azure DevOps Server. Eine auf dem Team Foundation Server (TFS) von Microsoft basierende Entwickler-Umgebung für die Standardverfahren CMMI, Agile Softwareentwicklung oder Scrum. Trotzdem, ihre Kollegen sitzen in Kanada, Europa und Australien, was die Zusammenarbeit auf so große Distanz gerade am Anfang schwierig gemacht hat. Wenn sie morgens um 8 Uhr ihren Tag begonnen hat und eine Frage hatte, war in Kanada niemand wach der ihr hätte helfen können. Dazu kommt, dass die Abläufe bei GIRO so komplex sind, dass neue MitarbeiterInnen erst nach etwa 2 Jahren als produktiv gelten.

Tatsächlich kann die Zeitverschiebung aber auch dabei helfen Probleme effizienter zu lösen. Wenn Anica in Leipzig Feierabend hat, fangen in Kanda ihre Kollegen an zu arbeiten und können direkt da ansetzen wo sie aufgehört hat. Dann allerdings außerhalb der Arbeitszeit nicht auf Push-Benachrichtigungen und E-Mails zu reagieren, ist ein Lernprozess.

"Ich mache meinen Job sehr gern und da ist es verlockend immer erreichbar zu sein. Da vergisst man halt, dass man auch Freizeit hat"